Dienstag, 29. April 2014

Ist das umfangreiche Erbe des Holzbildhauers Otto Flath in Gefahr?

Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld, der auch Stiftungsvorstand ist, will das Flath-Erbe verkaufen. Der Stiftungsbeirat und die Segeberger Künstler sind empört. Jetzt soll ein Mediator helfen...

Der Stiftungsbeirat will die Halle und die angrenzende Werkstatt erhalten, um die mehr als 3800 extrem großen Holz-Altäre und -Skulpturen und mehr als 10.000 Bilder des Holzbildhauers Flath öffentlich zu zeigen. Die Künstler fürchten um die Ausstellungsflächen in der Villa. Die indes will auch die KV erhalten...

"Im Gegensatz zu den Häusern dürfen die Werkstatt und die Werke Otto Flaths laut Stufe 4 des Denkmalschutzes nicht verändert werden", argumentiert hingegen Dieter Schmidt, ehrenamtlicher Vorsitzender des Stiftungsbeirats. Der pensionierte 80-jährige Lehrer kannte den 1906 bei Kiew geborenen und 1987 in Bad Segeberg verstorbenen Holzbildhauer persönlich und kämpft vehement für den Erhalt des Gesamtwerks. Jetzt hofft Schmidt, dass der gesamte Nachlass vom schleswig-holsteinischen Denkmalschutzamt die Stufe 6 erhält: "Dann darf nichts verändert werden."...

Schmidt moniert, dass Flaths Werk im Ausland mehr geachtet würde als in seiner Heimatstadt. "1971, als Flath Segeberger Ehrenbürger wurde, hat die Stadt Jackson in Michigan in den USA den von Flath geschaffenen und erworbenen Barmherzigkeitsaltar in das Register der Nationalhistorischen Denkmäler aufgenommen", sagt Schmidt, der mit einigen Ehrenamtlern Besucher durch Villa und Ausstellungshalle führt. "Die Halle ist überhaupt nicht marode, das ist ein Gerücht, um sie abreißen zu können, und die Villa wurde gerade saniert", sagt Schmidt nachdrücklich...
abendblatt Otto-Flath-in-Gefahr

Montag, 28. April 2014

Sogar US-Präsident Nixon fand Gefallen an Flath-Altar

Flath-Beiratsvorsitzender Dieter Schmidt teilte mit:
In den 60er und 70er Jahren sei Flath fast wie „ein Heiliger“ verehrt worden. Im Mai 1971 wenige Tage vor seinem 65. Geburtstag wurde er zum Ehrenbürger von Bad Segeberg ernannt. Ministerpräsident Helmut Lemke war zur Feierstunde gekommen, sogar ein Gesandter aus den USA übermittelte Grüße der Lutherischen Kirchen. Er teilte damals den staunenden Segebergern mit, dass US-Präsident Richard Nixon „ein besonderes Interesse an einem Altar“ von Flath gezeigt habe.

Dieses Werk sei auf seinen Wunsch in „das Register der Nationalhistorischen Denkmäler“ aufgenommen worden, gab der damalige Chronist die Rede wieder. Die US-Bürger seien glücklich, eine große Anzahl der Flath-Werke in Amerika zu beherbergen. Dort könne man sich gut vorstellen, wenn Flath hierzulande „Michelangelo der nordeuropäischen Holzschnitzer“ genannt werde. 

wgl   ln-online 28.04.14